„Heißausbildung“ für Atemschutzgeräteträger

Es war mal wieder ein „heißes“ Wochenende für die Feuerwehr der Stadt Netphen… und damit ist nicht nur das derzeitige Wetter mit den hohen Temperaturen gemeint.

Am vergangenen Samstag fuhren insgesamt 12 Atemschutzgeräteträger der Stadtfeuerwehr Netphen zu einer Realbrandausbildung ins hessische Gelnhausen.

Dort betreibt das Unternehmen FeuReX eine von bundesweit sieben Ausbildungszentren für realistische Einsatztrainings. Das aus mehreren Seecontainern bestehende „Gebäude“ wird mit Holz beheizt, so dass sich realistische Übungsbedingungen darstellen lassen.

Erste Aufgabe für die teilnehmenden Atemschutzgeräteträger – die aus allen zehn Einheiten des Stadtgebietes Netphen kamen – war die sogenannte Wärmeerfahrung. Im Rahmen dieser Übung galt es, in der verzweigten Containeranlage einen Hindernis-Parkour zu absolvieren, eine Personensuche und Menschenrettung durchzuführen, sowie das Handling des Strahlrohres zu vertiefen. Bei absoluter Nullsicht und Temperaturen bis zu 160° C (auf Türklinken-Höhe!) wahrlich kein Spaziergang.

Im zweiten Durchgang wurde ein Feuer in einem Kellergeschoß simuliert. Das Vorgehen mit einem wassergefüllten Schlauch um mehrere Ecken und über eine enge Treppe ins „Untergeschoss“, die realistischen Temperaturen des dichten Rauchs, der die Kellertreppe wie in einem Kamin hochzog, sowie die psychische Belastung sich bei totaler Dunkelheit orientieren zu müssen… hier wurden die Teilnehmer bewusst an die eigene Leistungsgrenze herangeführt.

Bei den darauf folgenden Angriffsübungen wurde das Eindringen des Löschtrupps in einen Brandraum trainiert. Auf Wunsch einiger Kameraden wurde vorher auch mal ein „Hölzchen“ mehr aufgelegt.

Alle Übungen wurden durch erfahrene Realbrandausbilder der Firma FeuReX begleitet. Im Anschluss wurden die jeweiligen Übungen kommentiert und mögliche Optimierungen der Abläufe angesprochen.

Hier zeigte sich, dass die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr Netphen insgesamt bereits einen hohen Ausbildungsstand haben. Dennoch ist diese Form des Trainings auch für die Zukunft wichtig, damit die Einsatzkräfte optimal vorbereitet sind… auch und besonders, wenn es mal heiß wird.

(ML)